Wie du richtig streitest und damit deine Beziehungen STÄRKST (wichtiges Thema!!!)

Streiten ist wichtig. Streiten bedeutet, dass wir uns als Individuen aneinander reiben, um einen neuen Umgang miteinander zu finden.

Streit entsteht immer dann, wenn der Status Quo nicht mehr akzeptabel ist. Dann muss die gemeinsame Beziehung auf ein neues Level entwickelt werden oder beide Partner entscheiden sich dafür, die Beziehung zu beenden.

Streit ist also erstmal nichts Negatives sondern etwas Konstruktives. Das hängt natürlich auch sehr davon ab, wie man streitet und genau darüber, wollen wir heute sprechen.

Ich möchte dich auf ein paar typische Streit-Verhaltensweisen aufmerksam machen, die mehr Schaden anrichten, als das sie helfen. Wenn du es schaffst, dich erwachsen und mit Respekt und Wertschätzung zu streiten, dann kann eure Beziehung wachsen und wird nicht durch Streits geschwächt.

Agressionen und Konflikte sind in Ordnung in Beziehung. Sie sind sogar gut. Es ist aber wichtig, dass man diese Konflikte und Agressionen mit einem gewissen Grad an Bewusstheit und Kontrolle handhabt.​

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Friss es nicht in dich hinein

Das Schlimmste, was du bei Konflikten tun kannst, ist gar nichts zu sagen oder nicht das zu sagen, was du eigentlich sagen möchtest.

Frauen tendieren dazu, mehr als Männer und es ist die mit Abstand schädlichste Sache, die du in jeder Beziehung machen kannst.

Du kennst das sicher selbst: Wenn man sich zurückhält und die Wut einfach runterschluckt, dann staut sie sich auf und zerfrisst dich von innen. Dir geht es schlecht und irgendwann explodierst du wie ein Vulkan. Natürlich kann dein Partner in diesem Moment dann nicht nachvollziehen, wo die ganze Wut herkommt. Schließlich hast du ja über Tage oder Wochen diese Gefühle in dir angesammelt und die Intensität des Ausbruchs passt in den meisten Fällen überhaupt nicht zur aktuellen Situation.

Ich weiß, dass es gerade für manche Frauen schwierig ist, Spannung aufzubauen, indem man einen Konflikt entstehen lässt. Halte diese Spannung aus.

Es ist wichtig, dass du immer, wenn etwas dich verletzt oder nicht mit dir in Ordnung ist, mit deinem Partner kommunizierst.

Tu das aber auch wertschätzende Art und Weise. Greif ihn nicht an und beschuldige ihn.

Das führt nur dazu, dass er sich verteidigt und am Ende seid ihr nicht mehr in der Lage eine gemeinsame Lösung zu finden, sondern steht nur auf unterschiedlichen Seiten und wollt euren Stolz verteidigen.

Beschreibe ihm, wie du dich gefühlt hast, als er sich so verhalten hat, statt ihn anzugreifen und ihn als Person abzuwerten.

“Warum hast du mit dieser Schlampe geflirtet? Du Arschloch!”, ist viel weniger effektiv als “Hey, als du mit Maja geflirtet hast, hat mich das wirklich verletzt. Ich möchte in Zukunft nicht mehr von dir verletzt werden”.

Merk dir also: Schlucke Wut, Verletzungen oder Ungerechtigkeit nie einfach runter sondern sorge dafür, dass dein Partner weiß, wie sehr dich das getroffen hat und das du das in Zukunft nicht wieder erleben möchtest.

Bleib im Streit​

​Eine andere Tendenz, die nicht dabei hilft, das ein Streit eure Beziehung stärkt, ist das Verschwinden.

Wenn ein Streit entsteht, dann bleibe. Lauf nicht weg oder zieh dich zurück, sondern stell dich dem Konflikt.

Wenn du dich entziehst, dann bleibt das Problem bestehen und du vermittelst deinem Partner außerdem, dass er sich nicht auf dich verlassen kann, wenn es darum geht, schwere Momente zusammen durchzustehen.

Ich weiß, dass das Verlangen groß sein kann, einfach die Situation zu verlassen. Damit machst du es aber noch schlimmer und schiebst das Problem nur nach hinten raus.

Wir verurteilen den Menschen, statt das Verhalten​

Eine häufige Tendenz ist es, den Menschen zu verurteilen, statt sein Verhalten.

Wenn dein Partner etwas getan hat, dass dich verletzt hat, dann ist es natürlich einfach zu sagen, dass er ein egoistischer Mensch ist, der nur an sich denkt, statt ihm mitzuteilen, dass er egoistisches Verhalten an den Tag gelegt hat.

Das Problem mit der persönlichen Verurteilung ist, dass es deinen Partner eher in die Defensive drängt.

Wenn du aber sein Verhalten anklagst und nicht seine komplette Persönlichkeit in Frage stellst, dann hat er Möglichkeiten zur Veränderung. Ein Verhalten können wir verändern. Unsere ganze Persönlichkeit, dass wird schon etwas schwerer.

Die Fehler nur beim Anderen sehen​

Wenn wir in einen Streit einsteigen und die Fehler nur beim Gegenüber suchen, dann ist es fast vorprogrammiert, dass es keine gute Einigung geben wird.​

Am besten für dich ist es, wenn du deinem Partner generell eine positive Absicht unterstellst, die mit seinem Verhalten verbunden ist. Wenn du davon ausgehst, dass sein Verhalten nicht als Ziel hatte, dich zu verletzen oder dir weh zu tun, dann kannst du mit einer ganz anderen Einstellung an den Konflikt heran treten.

Wenn du spürst, dass es dir schwer fällt, deinem Partner eine generelle liebevolle und positive Absicht zu unterstellen, dann weißt das auf ein Vertrauensproblem deinerseits hin.

Zurück zum Ausgangspunkt: Indem du eine positive Absicht unterstellst, wird es leichter, von einer Schwarz - Weiß Denkweise, in der du das Opfer und er der Täter ist, Abstand zu nehmen.

Gib mir die Mühe seine Beweggründe zu verstehen, bevor du davon ausgehst, dass er einfach ein Arschloch ist.

Damit demonstrierst du persönliche Reife und dein Partner spürt, dass du ehrlich daran interessiert bist, ihn zu verstehen, statt ihn nur zu verurteilen.

Du sprichst mit Freunden, statt mit deinem Partner

Geh gerne zu Freundinnen und tausch dich mit ihnen über das, was passiert ist aus.

Die Person, mit der du aber auf jeden Fall zuerst sprechen solltest, ist dein Partner.

Mit je mehr anderen Personen du über das Thema redest, desto mehr verschiedenen Blickwinkel schleichen sich in die Situation ein und verwirren dich noch mehr. Dann nimmst du vielleicht die Wut, die sich in Gesprächen mit deinen Freundinnen entwickelt hat mit und wirfst sie ihm an den Kopf.

Der Hauptteil der Kommunikation in einem Streit muss zwischen dir und der Person stattfinden, mit der du dich streitest. Alles andere führt nur zu Verwirrung und größerem Ärger, aber nicht dazu, dass ihr euch wieder versöhnt und an dem Konflikt wachst.

Achte auf deine Worte​

Das wichtigste in jedem Streit ist, dass du Respekt vor deinem Gegenüber warst.

Wenn man in Kampfsportarten miteinander kämpft, dann gibt es Regeln, an die sich beide Teilnehmer zu halten haben. Diese Regeln haben das Ziel, dass niemand zu schwer verletzt wird.

Eine Auseinandersetzung mit Worten ist da im Grunde nicht anders. Es ist wie ein Kampf und auch Worte haben die Möglichkeit, echten Schaden anzurichten.

Im Gegensatz zu einer körperlichen Wunde, lassen sich psychische Wunden aber schwerer heilen. Sei deswegen also vorsichtig und immer aufmerksam, was du in einem Streit von dir gibst.

Du stehst vielleicht am nächsten Tag da und stellst fest, dass du das alles nicht so meintest und Dinge gesagt hast, die du nie wieder zurück nehmen kannst.

Das Wichtigste: Nimm auf jeden Fall Abstand von Angriffen auf die Persönlichkeit. Da haben wir vorhin schon drüber gesprochen - ich möchte aber nochmal die Wichtigkeit betonen. Klag das Verhalten an, aber hüte dich davor, die gesamte Persönlichkeit deines Gegenübers zu verurteilen.

Wenn du lernst, dich richtig mit einem Konflikt oder Streit auseinander zu setzen, dann wirst du überrascht darüber sein, wie sehr deine Beziehungen davon profitieren werden.​